ICE TIGERS Hockeymannschaft hat noch immer keine Trainings- und Spielstätte
Geht es um Eishockey in Hessen, weiß Mario Viggiani nicht so genau, ob er sauer oder einfach nur traurig sein soll. Im Vergleich zu anderen Bundesländern hinke Hessen hinterher. Es fehle nicht nur an Eisflächen, sondern auch an einer Lobby für den „schnellsten Mannschaftssport der Welt“. Wiesbaden sei da keine Ausnahme.
„Seit der Gründung unseres Vereins 1984 warten wir auf eine Eishalle“, sagt Viggiani, der bei den „Ice Tigers“, der ersten Mannschaft des Eishockey-Vereins Wiesbaden (EV) spielt. In der hessischen Landeshauptstadt gibt es mit der Henkell-Kunsteisbahn lediglich eine Eisfläche unter freiem Himmel. Bei viel Regen, Schnee oder zu hohen Temperaturen sei diese nicht zu nutzen. „Wir mussten schon ohne Vorbereitung zu Spielen“, berichtet Viggiani.
Nur dank herausragender Spieler und eines tollen Trainers hätten sich die „Ice Tigers“ trotzdem bereits mehrfach über den Hessischen Meistertitel freuen dürfen und mischen in der Hessenliga seit Langem oben mit. Das Ziel des Aufstiegs hat der Verein allerdings nicht, da in der Oberliga eine Eishalle Pflicht ist.
Doch deren Bau stehe weiter in den Sternen. Die Hoffnung hat der EV allerdings noch nicht aufgeben. Vorstand und Spieler kämpfen weiter um die Halle, von der neben der ersten Mannschaft auch die zweite Mannschaft und der Nachwuchs profitiere.
Die zweite Mannschaft bestreitet Freundschaftsspiele und Hobbyturniere. Bei den Kindern und Jugendlichen ab vier Jahren gibt es momentan in keiner Altersklasse eine spielfähige Mannschaft mit 15 Personen, die sich mit anderen messen könnte. „Wenn sich aus einem Jahrgang genug Spieler finden, würden wir sofort eine Mannschaft bilden und auch versuchen, weitere Eiszeiten zu bekommen“, betont Viggiani. Solange trainieren die Kinder und Jugendlichen in einer altersgemischten Gruppe.
Neulinge sind willkommen. Bereits vorwärts und rückwärts Schlittschuhlaufen zu können, sei von Vorteil, aber kein Muss.
Eiskunstlauf-Schlittschuhe können beim Eishockey übrigens nicht verwendet werden. „Wir haben eigene Schuhe ohne Zacken“, erklärt Viggiani. Gebremst werde, indem die Kufen mit einer seitlichen Drehung ins Eis gerammt werden.
Durchaus hilfreich seien beim Eishockeyspielen Athletik und Kraft. Am allerwichtigsten findet der „Ice Tiger“-Spieler jedoch, den Sport zu lieben. Alles andere ergebe sich dann von selbst.
Dass Training und Spiele nicht ganz ungefährlich sind, räumt Viggiani ein. Im semi-professionellen Fußball könne sich ein Spieler allerdings schneller verletzen als beim Eishockey – vorausgesetzt, er hat eine gute Ausrüstung. Dazu gehören eine gepolsterte Hose, Schienbein- und Knieschutz, Brust- und Schulterschutz, Ellbogenschutz, Handschuhe und ein Helm. „Am besten ist ein Helm mit Gitter“, weiß Viggiani aus eigener Erfahrung. Dieser verhindere im Vergleich zur gitterlosen Variante Nasenbeinbrüche und andere Verletzungen durch einen versehentlichen Treffer mit dem Puk oder dem Schläger ins Gesicht. Neben dem Helm mit Gitter gebe es noch den Helm mit Halbvisier, den Viggiani aber nicht für ausreichend hält.
Wer davon träumt, beim Eishockey irgendwann ganz oben mitzumischen, sollte schon als Kind mit dem Training anfangen. „Weil sonst einfach die Grundlagen fehlen.“ Wer keine derartigen Ambitionen habe, könne auch als Jugendlicher und Erwachsener dazustoßen.
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