Kurioser Saisonauftakt in Darmstadt, vorzeitig beendet

Autor: Presse November - 2 - 2009


Am gestrigen Sonntag traf der EV Wiesbaden ICETIGERS in der neu gegründeten Hessenliga auf die RSC Darmstadt Crocodiles. Die “Gastgeber” aus Darmstadt zeigten sich nur wenig gastfreundlich und gingen in der 4ten Spielminute(4:21) im Powerplay bei 5 gegen 4 in Führung. Gänzlich unbeeindruckt von dem relativ frühen Rückstand, führten die 9 Wiesbadener Feldspieler und 2 Torhüter ihr aggressives Offensivspiel fort und wurden nach zahlreichen Über- und Unterzahlsituationen (2min Gebel, 2min Brauer, 2min Darmstadt) mit dem verdienten Ausgleichstreffer durch Johansson in der 18ten Minute (18:40) belohnt. Mit diesem 1:1 unentschieden ging es in die erste Drittelpause.

Das 2te Drittel ging so weiter wie das erste endete, mit vielen Torchancen auf Wiesbadener Seite. Dieses aggressive Offensivspiel wurde in der 34minute durch Johanssons zweiten Treffer an diesem Abend belohnt, und bescherte den ICETIGERS den verdienten und lange überfälligen Führungstreffer. Johansson der Topstürmer mit schwedischen Wurzeln nutzte ein tolles Zuspiel von Gebel und unterstrich seinen Torriecher mit diesem Treffer erneut. Nach weitern Strafen auf beiden Seiten, die Torlos endeten war es der überragende Wiesbadener Alexej Gebel, der auf Zuspiel von Spielertrainer Alexander Möller einen Alleingang kurz vor Drittelende (39:48) zur 3:1 Führung verwandelte.

Kuriosum im 2ten Drittel, nachdem gegen den Wiesbadener Spieler Petr Kasov eine 2min plus 10min Disziplinarstrafe verhängt wurde, viel den Darmstädter Verantwortlichen auf, dass dieser Wiesbadener Spieler nicht auf dem Spielberichtsbogen stand und weitere Unstimmigkeiten im Spielbericht auf Wiesbadener Seite auftauchten. Diese Unstimmigkeiten führten dazu, dass der Wiesbadener Spieler Kasov nach absitzen der Strafe das Spiel verlassen musste und man den Rest des Spiels mit nur noch 8 Feldspielern bestreiten musste.

Durch solide Defensivarbeit, auch dank den Neuverteidigern Brauer und Ehrig, ging es mit 3 zu 1 aus Wiesbadener Sicht in die 2te Drittelpause. Viktor Brauer, der in der letzten Saison noch als Stürmer aktiv war, spielt diese Saison erstmals als Verteidiger. Heinrich-Adam Ehrig kam mit einer Förderlizenz aus Frankfurt von den Young Lions, der 18 jährige Verteidiger fügte sich ohne vorheriges gemeinsames Training super in die Mannschaft ein, spielte ein solides Defensivspiel mit wenig Fehlern und setzte auch häufig offensive Akzente von der blauen Linie. Sämtliche Darmstädter Chancen verpufften am gut aufgelegten Wiesbadener Goalie Kai Schmidlin, der in Zusammenarbeit mit den Verteidigern die Darmstädter Stürmer verzweifeln ließ.

Unbeeindruckt von der erneuten Dezimierung des Kaders gingen die verbliebenen 8 Wiesbadener Feldspieler in das letzte Drittel. Am Spielhergang änderte sich dadurch nichts, einzig die Darmstädter witterten ihre Chance angesichts des weiter geschrumpften Wiesbadener Minikaders und begannen hart, unfair und provokativ zu spielen. Nach weiteren Strafen auf beiden Seiten und einer 10 Min Strafe für Darmstadt folgten einige überharte Aktionen auf beiden Seiten, die von den Schiedsrichtern ungeahndet blieben. So kam es in der 49ten Minute zum unschönen Höhepunkt der Partie. Nach einer angezeigten Strafe gegen Darmstadt checkte der Wiesbadener Gebel einen Darmstädter Spieler an der Darmstädter Spielerbank mit der Hüfte, beide Spieler vielen zu Boden, als Gebel aufstand wurde er von Trainer Lindenzweig herangezogen und mit Unterstützung mehrerer Darmstädter Spieler von der Bank mit Faustschlägen bedacht. Diese Auseinandersetzung wurde auf dem Eis von mehreren Darmstäder Spielern fortgeführt und endete in einer Massenschlägerei.

Nachdem gegen die Wiesbadener Möller und Schumacher eine Spieldauer und gegen Gebel, Bielsky und Johansson (der nicht auf dem Eis war) eine 10 Min Disziplinarstrafe durchgesagt worden war, erkannten die Schiedsrichter, dass Wiesbaden bei insgesamt 6 bestraften Spielern nur noch zwei Feldspieler aufs Eis bringen konnte und brachen das Spiel vorzeitig beim Stand von 3:1 aus Wiesbadener Sicht aufgrund Spielunfähigkeit von Wiesbaden ab.

Anschließend wurde aus der 10minütigen Disziplinarstrafe gegen Gebel noch eine Matchstrafe gemacht. Gegen sämtliche Match- sowie Spieldauerdisziplinarstrafen wurde von Wiesbaden Einspruch eingelegt, da die Massenschlägerei durch den Darmstädter Trainer ausgelöst wurde und Wiesbadener Spieler nur schlichten wollten bevor sie in die Massenschlägerei hineingezogen wurden. Weiter haben auch die Darmstädter Verantwortlichen Einspruch gegen die Machtstrafe gegen Trainer Lindenzweig eingelegt, der angeblich aus einem Schutzreflex heraus seine Hand erhoben hätte. Die rund 50 mitgereisten Fans der ICETIGERS haben das ganz anders gesehen.

Fazit dieser Partie: Sollten die Strafen gegen Wiesbaden aufrecht erhalten werden und die Partie vom Schiedsgericht gegen Wiesbaden gewertet werden, wäre das ein Freibrief für besser besetzte Teams das Spielergebnis zu ihren Gunsten durch Schlägereien zu beeinflussen.
Dadurch würde die Hessenliga zu einer totalen “Klopperliga” verkommen, und einige der noch verbliebenen Teams wohl endgültig ade zum hessischen Eishockey sagen. Traurig!

Tore/Assists Wiesbaden:

Johansson 2/0
Gebel 1/1
Möller 0/1

Tore/Assists Darmstadt:

Punga 1/0 in Überzahl
Pajero 0/1

Strafen Gesamt: 224

Strafen Wiesbaden: 49 Plus Matchstrafe Gebel, Spieldauer Möller und Schumacher, 10 min Bielski, Johansson, Kasov
Strafen Darmstadt: 45 Plus Matchstrafe gegen Trainer Lindenzweig, Spieldauer gegen Schmidt und Straube sowie 10 min gegen Pajero, Gaitanzis und Schubert

6 Responses to “Kurioser Saisonauftakt in Darmstadt, vorzeitig beendet”

  1. offense sagt:

    Spielwertung RSC Darmstadt – EV Wiesbaden 5:0

    Das abgebrochene Heimspiel RSC -Darmstadt – EV Wiesbaden (1:3) wurde vom HEV gem. Spielordnung mit 5:0 Toren für den RSC gewertet. Somit steht der RSC mit 11:0 T und 6:0 P auf dem ersten Platz. Die ausgesprochenen Strafen gg. die Spieler Dennis Straube und Tobias Schmidt (jeweils Spieldauer = 1 Spielsperre) bleiben bestehen. Ob und welche Auswirkungen die Matchstrafe gg. Trainer Volker Lindenzweig hat ist noch nicht bekannt.

    • Nadja sagt:

      Falls dies keine Auswirkungen bezüglich der Matchstrafe gg. Lindenzweig hat…wäre das echt ein Armutszeugnis.

      Das ist für mich kein Trainer. Ein Trainer sollte Vorbild sein und nicht so niveaulos und unprofessionell handeln, wie Herr Lindenzweig dies getan hat.

      Spielwertung: Kein Ding-Ich ,und alle anderen wissen ja,dass Wiesbaden höchstwahrscheinlich gewonnen hätte-und das mit der Anzahl der Spieler:) Ich bin stolz auf euch Jungs….und das nächste Mal schießen wir sie weg.

  2. VerteidigungNo1 sagt:

    Man kann sich darüber streiten WER hier angefangen hat provokativ zu spielen…
    Der Check mit der Hüfte – der provokativ ins Knie des Darmstädters ging – war mehr als überzogen.
    Das der darmstädter Trainer dann aber einen Fehler gemacht hat ist klar, darum ist die Strafe auch gerechtfertigt.

    Davon, dass die Wiesbadener schlichten wollten war leider nichts zu sehen. Und selbst wenn das so gewesen wäre, ändert es nichts an der Tatsache, dass sie sich zu der Schlägerei haben hinziehen lassen und noch dazu nicht mal mehr Ruhe geben wollten.
    Die Strafen gegen die Spieler sind gerechtfertigt. Die Frage ist nur, ob es die richtigen Personen getroffen hat. Auch in Darmstadt bekamen Spieler eine Strafe die NICHTS gemacht haben. Soviel dazu, dass es bei euch einen getroffen hat, der nicht auf dem Eis war.

    Und nun zu dem Spieler, der nicht auf dem Spielbericht stand:
    Eigentlich hätte das Spiel da schon zu Gunsten des Gastgebers entschieden werden müssen.

    Liebe Grüße und auf ein faires Spiel mit besseren Schiedsrichtern in 2 Wochen

    • Mario sagt:

      Sorry, aber Eure Einschätzung der Vorkommnisse liegt fern jeglicher Realität! Ich möchte mich hier nicht über irgendwelche spezielle Situationen auf Disskusionen einlassen.
      50 zigste Spielminute,es steht 3 zu 1 für Wiesbaden, Darmstadt war zu keiner Zeit des Spiels auf der Siegerstrasse, Wiesbaden hat noch 8 Feldspieler. Jetzt beginnt der grosse Auftritt von Alexej Gebel, der nach zwei Vorlagen und einem Tor der Garrant für den Sieg war und auf Bewährung spielte! Dieser Spieler, der im Gegensatz zu 90% aller anderen Spieler in der Hessenliga eine Eishockeyvita als Profi vorzuweisen hat, er macht einen Check mit der Hüfte (den selben Check hat Helmut Schultz gegen Nicklas Johansson gemacht-ungeahndet), “ein Foul”, eventuell 2min,vielleicht 2+2min. So und nachdem er auffsteht zieht ihn Volker Lindenzweig am Trikot zu sich heran und ein Handgemenge beginnt in das mehrere Spieler,die sich auf der Spielerbank und später auch einige vom Eis beteiligen. Angezettelt vom Darmstädter Trainer! Alexej hätte nie in so einer Situation,bei so einem Spielstand gegen einen so unterlegenen Gegner kurz vor Spielende eine Schlägerei provoziert, dafür ist er viel zu sehr Profi und seine Statistiken beweisen, dass er kein Strafenkönig sondern ein TOPSKORER ist! Es ist eine SChande, dass hierrüber überhaupt geredet werden muss! Es gibt genug neutrale Beobachter, die die Warheit meiner Aussage bezeugen können!
      Wiesbaden wird alle rechtlichen und sportlichen Mittel in Angriff nehmen, um sich gegen diese Ungerechtigkeiten zu wehren!
      Und nun zu dem Spieler, der nicht auf dem Spielbericht stand:
      Dieser Spieler war und ist Spielberechtigt.Alle beteiligten sind verpflichtet auf die Richtigkeit des Spielberichts zu achten Heimvertreter,Gastvertreter und Schiedsrichter! Wer hier was vergessen hat sei dahingestellt,sicher ist aber, dass Wiesbaden mit 9 Feldspielern,mit dem Vorzeitigen Ausschluss des Spielers bereits bestraft wurde! Also kein Grund für eine Wertung gegen Wiesbaden.

      Deine Ausführungen zeigen aber deutlich wie Darmstadt beabsichtigt Spiele, die sportlich nicht gewonnen werden können, doch noch zu gewinnen. Viel Glück weiterhin dabei!

      Aber bitte vergesst nicht sollte das Spiel gegen Wiesbaden gewertet werden, jede Mannschaft in Hessen weiss, dass man ein Spiel gewinnen kann wenn man mehr Spieler hat, man muss nicht besser sein! Vielleicht wird grade Euch das dann zum Verhängnis! Was das noch mit Eishockey zu tun hat weiss ich nicht!

      In diesem Sinne bis zum Spiel in Wiesbaden!

      • VerteidigungNo1 sagt:

        “Ich möchte mich hier nicht über irgendwelche spezielle Situationen auf Disskusionen einlassen.”

        ….Hm warum tust du es dann?

        Das der Spieler, Alexej Gebel, KEIN BISSCHEN SCHULD an der Schlägerei hat, ist mir klar. Das habe ich auch nie behauptet.

        “Darmstadt war zu keiner Zeit des Spiels auf der Siegerstrasse” Das sehe ich anders, aber gut.

        Zu den Schiedsrichterentscheidungen: Da hat einiges nicht gestimmt. Auf beiden Seiten. Es wurden auch zweimal Abseits der Darmstädter nicht gepfiffen. Was ich auch nich ok finde.

        “Dieser Spieler war und ist Spielberechtigt.Alle beteiligten sind verpflichtet auf die Richtigkeit des Spielberichts zu achten Heimvertreter,Gastvertreter und Schiedsrichter! Wer hier was vergessen hat sei dahingestellt,sicher ist aber, dass Wiesbaden mit 9 Feldspielern,mit dem Vorzeitigen Ausschluss des Spielers bereits bestraft wurde! Also kein Grund für eine Wertung gegen Wiesbaden.”
        Da muss ich dir recht geben.

        “Deine Ausführungen zeigen aber deutlich wie Darmstadt beabsichtigt Spiele, die sportlich nicht gewonnen werden können, doch noch zu gewinnen. Viel Glück weiterhin dabei!”
        Kann man so nicht sagen. es waren erst zwei spiele mit dem neuen trainer. sollte ihm sowas nochmal passieren nehme ich die aussage an. so aber nicht.

        Alles in allem bin ich der Meinung, dass beide Mannschaften sich nicht korrekt verhalten haben.

  3. SuperFanNo1 sagt:

    Schutzreflex von dem Trainer? Das ich nicht lache! Er hatte ihm im Würgegriff und hat auf ihn eingehauen mit seinen Spielern! Absolut unverantwortlich, das soll eine Vorbildsfunktion sein? Sehr traurig und niveaulos!

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